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Südosten

Türkiye

Voller Stolz präsentiert die Stadt Şanlıurfa ihre 12 000 Jahre alte Geschichte, und das Vermächtnis aller ihrer Zivilisationen, die hier florierten. Es wird angenommen, dass sie die im Tanach erwähnte Stadt Ur Kaśdim (Ur von Chaldäa) ist. Die neolithischen Siedlungen von Nevali Çori und die Hügel von Lidar Höyük, Gre Virike und Hessek Höyük sind Belege der frühesten Bewohner der Region aus dem Jahr 8500 v. Chr. Şanlıurfa wird von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen als heilige Stätte erachtet. Dem Alten Testament zufolge wurde Prophet Abraham (İbrahim), der „Vater der drei monotheistischen Religionen“, in der Stadt Ur Kaśdim geboren, von wo aus er mit seiner Familie nach Harran, in die „Heimat der Patriarchen“ auswanderte. Im zweiten Jahrtausend v. Chr. beheimatete Şanlıurfa den Hurriter Staat. Einige glauben, dass Abraham in einer Höhle bei der jetzigen Mevlid Halil Moschee geboren wurde. Der Ort und die Höhle selbst gelten als heilig. Göbeklitepe Noch vor den großen monotheistischen Religionen, vor den griechischen Göttern, vor dem alten Ägypten und vor den Hethitern, gab es einen Ort auf der Welt, der als die älteste heilige Stätte bekannt ist: der älteste bekannte Tempelkomplex und Wallfahrtsort der Welt ist Göbeklitepe in Türkiye. Göbeklitepe liegt am Rande des Fruchtbaren Halbmonds von Obermesopotamien, 12 km nordöstlich von Şanlıurfa in den Tek-Bergen. In 20 Kreisanlagen angeordnete massive reliefierte Steinpfeiler, die etwa 11 000 Jahre alt sind, wurden von prähistorischen Menschen, die noch keine Metallwerkzeuge oder gar die Töpferei kannten, hergestellt und arrangiert. Göbekli Tepe wurde mehrere Hundert Jahre vor der Erfindung der Schrift und des Rades, und etwa 7100 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden und 6600 Jahre vor Stonehenge errichtet. Während Göbekli Tepe sein Geheimnis als eines der wichtigsten Entdeckungen in der Geschichte der Archäologie bewahrt, zeigen nahe gelegene Hügel wie Karahantepe und Harbetsuvan Tepe ähnliche monolithische Säulen, die mit prächtigen Tierreliefs und Symbolen verziert sind. Die älteste bekannte Statue eines Mannes, der Urfa-Mann oder die Statue von Balıklıgöl, wurde während der Bauarbeiten im Bereich von Urfa-Yeni Mahalle gefunden und stammt aus dem Präkeramisches Neolithikum. Sie wurde schätzungsweise zwischen 11 000 und 9500 v.Chr. hergestellt. Sie ist etwas größer als lebensgroß. Harran ist höchstwahrscheinlich das mehrfach erwähnte biblische Haran. Heute ist Harran mehr für ihre ungewöhnlichen bienenstockförmigen Häuser bekannt, als der Ort, an dem Prophet Abraham mehrere Jahre seines Lebens verbrachte. Zu den archäologischen Funden gehören die Ruinen der ältesten islamischen Universität, die Stadtmauern aus dem 8. Jahrhundert, vier Tore und eine Zitadelle.

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    Südost-Türkiye bildet die nördliche Grenze des Fruchtbaren Halbmonds, einer Region mit reichem Boden und Geschichte. Der Fruchtbare Halbmond wurde über Tausende von Jahren von den Wasserstraßen des Euphrat und Tigris genährt und beherbergte eine Vielzahl von Kulturen, reiche Landwirtschaft und Handel. Am westlichsten Punkt dieser Region in Türkiye, ist die Stadt Gaziantep die Heimat der antiken Stadt Doliche, heute als Dülük bekannt, die in prähistorischer Zeit über einem Hügel entstand. Die Überreste des Mithras-Kults wurden im Untergrundtempel entdeckt, der zur Anbetung des Gottes Mithras errichtet wurde. Der Tempel und die Siedlung werden ins 1. - 3. Jh. n. Chr. datiert. Dies waren wichtige Kultzentren von Mithras in Südostanatolien. Etwas nördlich von Gaziantep, am Ufer des Euphrat, steht die Burgruine der römischen Festung Rum Kale auf hohen Felsen.  Eine Kirche wurde zum Gedenken an den heiligen Nerses I. der Große gebaut, der 1773 in Rumkale starb. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt. Das Barşavma-Kloster befindet sich auf der Nordseite der heute überfluteten Zitadelle und wurde im 13. Jahrhundert vom Heiligen Yakubi Barşavma erbaut. Einige Teile der beiden angrenzenden Bauten sind ebenfalls erhalten geblieben. Der Ort nimmt einen wichtigen Platz in der Geschichte des Christentums ein, da Apostel Johannes, einer der Zwölf Apostel Christi, hier in einem der Felsenkammern residierte und einen Teil des Johannesevangeliums.  Der Berg Nemrut, einer der höchsten Gipfel des östlichen Taurus-Gebirges, wird gekrönt von den kolossalen Statuen des heiligen Grabbezirks Hierothesion (mit Tempelgräbern und Götterhaus). Die Grabstätte wurde von Antiochos I. (69-34 v. Chr.) erbaut, der über das Königreich Kommagene herrschte, ein Königreich, das nördlich des Euphrat gegründet wurde. Es ist eine der ehrgeizigsten Konstruktionen seiner Zeit. Die faszinierende Skulptur eines Pantheons und die königliche Abstammungslinie, die aufgrund der Inschriften zurückverfolgt werden kann, liegen auf dem Plateau des 2150 Meter hohen Gipfels des Nemrut Berges mit Blick auf die Stadt Kahta, Adıyaman und die weiten Hochebenen. Wenn Sie weiter nach Osten fahren, stoßen Sie auf die Stadt Diyarbakır. Sie war durch die Geschichte hinweg, von den Hellenisten, Römern, Sassaniden und Byzantinern, über die islamische und osmanische Zeit, bis in die Gegenwart ein wichtiges Zentrum. In der historischen Zitadelle der Stadt, die von der 6 Kilometer langen Festung Diyarbakır umgeben ist, gab es 22 Kirchen, die verschiedenen Epochen und Glaubensrichtungen angehörten. Heute sind sechs von ihnen erhalten. Die St.-Giragos-Kathedrale (Surp Giragos) armenisch-apostolische Kirche, Surp Sargis armenisch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Assyrisch-Orthodoxe Kirche der Jungfrau Maria und Mar Yakub, Chaldäische Mar Petyum Kirche, und die Kirche des Heiligen Georg (Schwarzer Priester, Kara Papaz) stehen als historischer Beweis für das reiche Mosaik an Religionen, das diese alte Region auszeichnet. Die Kirche des Heiligen Georg oder auch Kirche Mar Gevergis, deren genaues Baudatum nicht bekannt ist, wurde schätzungsweise im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Die Kirche, die aus geschnittenem schwarzem Basaltstein gebaut wurde, wird von den Einheimischen auch als „Schwarze Priesterkirche“ (Kara Papaz) bezeichnet. Während der Ortoqiden-Zeit wurde die Funktion der Kirche geändert und als Badehaus des Schlosses auf Amida Höyük genutzt. Einige Quellen schreiben, dass im Badehaus die Automaten des Al-Dschazari verwendet wurden. Al-Dschazari war einer der Pioniere mechanischer Apparaturen im Goldenen Zeitalter des Islam und der erste Wissenschaftler und Ingenieur, der kybernetische Apparaturen konstruierte. Seit Beendigung der Restaurierungsarbeiten wird die Kirche des Heiligen Georg heute als Kunstgalerie genutzt. Der letzte Tempel von Mithra wurde 2017 in Diyarbakır ausgegraben. Mithras Ursprünge sind persisch und reichen bis in die 600er Jahre v. Chr. zurück. Er war unter den römischen Soldaten als Gott des Lichts und „unbesiegbarer und unverwüstlicher Gott“ bekannt. Archäologische Ausgrabungen in der Zerzevan Festung, der östlichen Grenzgarnison des Römischen Reiches, brachten 2017 den Tempel von Mithras hervor. Alle Tempel des Mithraismus, ein streng gehüteter Kult, waren oft unterirdisch angelegt oder höhlenartig in Fels gehauen. Nach Angaben westlicher Forscher befand sich der erste Mithras-Tempel, der im Römischen Reich gebaut wurde, in Diyarbakır.

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      Die Geschichte der Stadt Şanlıurfa reicht bis in die Altsteinzeit zurück. Die Stadt und ihre umliegende Region erlebten die Herrschaft vieler Zivilisationen, darunter die Sumerer, Akkader, Hethiter, Babylonier, Chaldäer, Hurrianer, das Königreich Mitanni, Aramäer, Assyrer, Medianer und die Persischen Reiche. Die als „Stadt der Propheten“ bekannte Stadt befindet sich auf den Kultur- und Handelsrouten zwischen Mesopotamien und Anatolien, und beherbergt verschiedene Glaubensrichtungen. Der Legende nach war Prophet Abraham hier geboren und aufgewachsen. Er zog den Zorn des König Nimrod auf sich, weil er den Götzendienst verweigerte und das Herz seiner Tochter Zeliha gewann. So wurde ein riesiger Scheiterhaufen mitten in der Stadt aufgestellt, aber Gott rettete Abraham. Gott befahl dem Feuer: „Feuer! Sei für Abraham kühl und unschädlich!“ Und gerade als Abraham von den Flammen verzehrt werden sollte, verwandelten sie sich Wasser verwandelt und die Baumstämme in Fische. Die Teiche Halil-ür Rahman und Aynzeliha, sollen die Stellen der Scheiterhaufen sein, in die einst der Prophet Abraham geworfen wurde, und sind als heute Balıklıgöl (Fischteich) genannt. Sowohl der Teich als auch die darin lebenden Karpfen gelten als heilig. Der Teich von Aynzeliha soll durch Zelihas Tränen gebildet worden sein, und es heißt, dass jeder, der aus seinem Wasser trinkt, erblindet. Die Höhle, in der der Prophet Abraham geboren wurde, befindet sich neben der Mevlid-i Halil Moschee in der Nähe der Teiche und ist auch für Besucher geöffnet. Der Prophet Abraham lebte hier 7 Jahre lang.  Die Große Moschee, auf Türkisch „Ulu Camii“ genannt, war eine alte Synagoge, die im 5. Jahrhundert unter dem Namen Kızıl Kilise (Rote Kirche) in eine Kirche umgewandelt wurde. Sie ist eines der wichtigsten religiösen Symbole der Stadt ist. Das Abgar-Bild, auch Mandylion oder Christusbild von Edessa genannt, ein Tuch mit dem Abbild Christi, wurde ebenfalls im Brunnen des Hofes der Moschee gefunden. Das Abgar-Bild soll ein Geschenk Christi and König Abgar V. gewesen sein. Die Grabstätte von Prophet Eyyub (Prophet Hiob) befindet sich im Dorf Eyyub Nebi, etwa 20 Kilometer außerhalb von Urfa. Am Rande des Bezirks Viranşehir befindet sich außerdem das Mauseleum von Hiob, das Grab seiner Frau Rahme, und der Ort, an dem Prophet Elyesa (Prophet Elischa) starb. Seine Grabstätte befindet sich heute im Dorf Eyyub Nebi, einen Kilometer von der Grabstätte von Hiobs entfernt. Es wird angenommen, dass der Prophet Nabi Schuaib in der antiken Stadt Şuayb, 85 km östlich von Urfa, lebte. Das Höhlenhaus in dem er einst lebte, befindet sich unter den Ruinen der antiken Stadt und ist für Besucher geöffnet.

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        Mardin liegt im Zentrum von Mesopotamien, der unglaublich reichen Region zwischen den beiden mächtigen Flüssen Tigris und Euphrat. Infolgedessen ist sie eine glückliche Stadt, gesegnet von der Geschichte. Die Südost-Türkei, im Herzen von Obermesopotamien, ist eine multireligiöse und multikulturelle Provinz. Mardin war jahrhundertelang der Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien. In Mardin leben Menschen vieler Glaubensrichtungen und tragen das Vermächtnis der Menschen und Kulturen, die vor ihnen kamen, in sich. Das Kloster Deir az-Zafaran, oder Zafarn Kloster, (Dayro d-Mor Hananyo auf syrisch-aramäisch) ist eines der ältesten aktiven Klöster der Welt. Es wurde im vierten Jahrhundert an der Stelle eines 4500 Jahre alten heidnischen Tempels gebaut, der der Anbetung der Sonne gewidmet war.  Nach den Seldschuken wählte die Dynastie der Ortoqiden (oder Artukiden) Mardin als Hauptstadt, da die Stadt eine uneinnehmbare natürliche Festung war. Der Einfluss der Ortoqiden auf das lokale Leben zeigt sich in den zahlreichen ortoqidischen Strukturen in Mardin, die jene der osmanischen Ära übertreffen. Die antike Stadt Dara, 30 km vom Stadtzentrum von Mardin entfernt, ist einen Besuch wert. Die Stadt war eine wichtige Siedlung entlang der Seidenstraße. Gegründet im Jahre 506 n. Chr. wurde die Stadt zuerst Anastasiopolis genannt und erlangte aufgrund ihrer Lage an der historischen Seidenstraße religiöse, soziale und kommerzielle Bedeutung. Die Stadt war ein Ort, wo sich über Jahrhunderte hinweg Menschen unterschiedlichen Glaubens, wie Assyrer, Muslime, Jesiden und Christen versammelten. Ausgrabungen haben bisher architektonische Ruinen aus verschiedenen historischen Epochen hervorgebracht. Die 1860 in Mardin erbaute Assyrische Kirche der Jungfrau Maria und Patriarchalkathedrale dient heute als Mardin-Museum. In der Kirche sind der Thron des Patriarchen und der Predigtbereich mit eleganten Holzschnitzereien verziert. Das 1895 erbaute Patriarchat wurde 1988 an das Kulturministerium überstellt. Es wurde restauriert und 1995 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Mor Behnam Kirche (oder auch Kırklar Kilisesi) wurde im 5. Jahrhundert erbaut. Sie macht mit ihren drei Eingangstüren, dem feinen Mauerwerk in der Nische, ihren 400 Jahre alten Holztüren an der Nische, den 1500 Jahre alten mit Krappwurzeln gefärbten Vorhängen und dem Glockenturm in ihrem weiten Innenhof auf sich aufmerksam. 1170 wurden die heiligen Reliquien der vierzig Märtyrer (von Sebaste) in diese Kirche gebracht. Heute dient das Gebäude als Metropolitankirche von Mardin. Das Kloster Mor Gabriel (Kloster des Heiligen Gabriel), auch bekannt als Deyrulumur, wurde 397 n. Chr. auf dem Tur Abdin Plateau in der Nähe der antiken Stadt Midyat gegründet.

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